Mama-Burnout – ein brisantes Thema

Burnout ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Problem und ein Phänomen unserer Zeit. Viele Mütter stehen kurz vor einem Mama-Burnout, warten aber oft zu lange, bis zur völligen Erschöpfung. Dabei muss niemand ausbrennen, wenn frühzeitig auf Warnsignale geachtet wird.

Mütter streben oft nach dem Idealbild der „Super-Mama“ und versuchen, alles allein zu meistern. Diese Haltung wurzelt in unserer Erziehung zur ständigen Leistungsbereitschaft. In einer leistungsorientierten Gesellschaft ist der soziale Druck hoch, den Erwartungen an die „perfekte Mutter“ gerecht zu werden.

Studien zeigen, dass Mama-Burnout anders ist als das berufliche Burnout. Beim Mama-Burnout stehen die familiären Herausforderungen und die Beziehung zu den Kindern im Vordergrund, während berufliches Burnout mit dem Arbeitsumfeld und den Anforderungen im Job zusammenhängt.

Von Mama-Burnout spricht man, wenn mindestens zwei der drei folgenden Symptome gleichzeitig auftreten: Erschöpfung, emotionale Distanzierung von den Kindern und ein Gefühl der Ineffizienz in der Mutterrolle.


Ursachen

Die Ursachen für Burnout sind komplex, vielfältig und individuell unterschiedlich. Sie liegen im Aussen und im Inneren des Menschen.


Langzeitstress

In der Literatur wird Langzeitstress im Job oft als Hauptursache für Burnout beschrieben. Doch wie bereits erwähnt, betrifft Burnout nicht nur Berufstätige – auch Mütter und Menschen im privaten Umfeld können ausbrennen. Deshalb ist es wichtig, Stress nicht nur auf den beruflichen Kontext zu beschränken, sondern auch den privaten Bereich zu berücksichtigen.

Burnout entsteht, wenn über längere Zeit ein Ungleichgewicht zwischen Ressourcen und Belastungen besteht. Dabei überwiegen die Belastungen die vorhandenen Ressourcen, was zu chronischem Stress und schliesslich zu Erschöpfung führen kann.


Konflikte und Mobbing

Burnout entsteht durch fehlende oder konfliktbeladene Beziehung. Seien dies Konflikte am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft, Ursprungsfamilie oder aus der eigenen Lebensgeschichte. Auch Mobbing-Erfahrungen können ein Burnout begünstigen.


Doppelbelastung von Familie und Beruf

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt eine grosse Herausforderung dar und erfordert ein stabiles soziales Netzwerk, insbesondere eine unterstützende Partnerschaft. Die traditionellen Geschlechterrollen haben sich verändert: Viele Frauen sind berufstätig und tragen gleichzeitig die Hauptverantwortung für Kindererziehung und Haushalt. Auch Väter engagieren sich zunehmend neben dem Job zu Hause. Diese neuen Rollenkonstellationen können zu Unsicherheiten und Stress führen, die das Risiko für Burnout erhöhen.

Um die Gefahr des Ausbrennens zu senken, ist es wichtig, klare Rollenbilder und Aufgabenverteilungen zu etablieren, die den individuellen Bedürfnissen beider Partner entsprechen. Wichtige Fragen sind: Wie ist die Aufgabenverteilung im Haushalt geregelt? Welches Rollenbild haben beide Partner? Eine klare Rollenverteilung kann die Balance zwischen Beruf und Familie fördern und das Burnout-Risiko verringern.


Krankheit und Pflege von Angehörigen

Belastungen durch die Erziehung, die Krankheit eines Kindes oder die Pflege von Angehörigen können erheblich zum Risiko eines Burnouts beitragen. Diese zusätzlichen Verantwortungen führen oft zu emotionaler und körperlicher Erschöpfung, besonders wenn die Unterstützung fehlt.


Zeitdruck und fehlende Anerkennung

Viele Mütter erleben enormen Zeitdruck, da sie täglich zwischen Beruf, Haushalt und Kindererziehung jonglieren. Gleichzeitig fehlen oft Anerkennung und Wertschätzung für die unsichtbare Arbeit im Haushalt und die Fürsorge für die Kinder. Diese fehlende Wertschätzung und das Erleben von Werteverletzungen oder Kränkungen können langfristig krank machen und das Risiko für Burnout erhöhen.


Bewertung der Situation

Stress entsteht allerdings nie durch eine äussere Situation an sich, sondern immer durch die subjektive Bewertung, sich der Situation nicht gewachsen zu fühlen. Es fehlen also Kompetenzen zur Situationsbewältigung.


Psychologische Anfälligkeit des Menschen

Die individuelle Persönlichkeit eines Menschen spielt eine zentrale Rolle bei der Anfälligkeit für Burnout. Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie Perfektionismus, hohe Selbstansprüche und ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung, können das Burnout-Risiko erhöhen.


Verlorene Beziehung zu sich selbst und Wertekonflikte

Die Beziehung zu sich selbst und zu anderen spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Burnout. Betroffene haben oft kaum noch soziale Kontakte oder befinden sich in konfliktreichen Beziehungen. Besonders wichtig ist: Sie stehen nicht mehr in Beziehung zu sich selbst. Wer sich selbst verloren hat, kennt seine eigenen Grenzen nicht und hat Schwierigkeiten, an der richtigen Stelle Ja oder Nein zu sagen.

Auch innere Wertekonflikte tragen entscheidend zum Burnout-Risiko bei. Ein Beispiel: Eine Mutter, die beruflich erfolgreich sein möchte und dort 100% Einsatz zeigt, aber gleichzeitig für Kind und Familie da sein will. Dieser innere Konflikt zwischen Karriere und Familienpflichten führt zu einem ständigen Energieverlust. Wenn Werte im Konflikt stehen, fliesst die Energie in den Konflikt statt in die eigene Balance.


Innere Antreiber

Schon im Kindesalter entwickeln wir Verhaltensmuster und Lebensregeln, sogenannte innere Antreiber, um den Erwartungen unserer Eltern gerecht zu werden und Liebe sowie Anerkennung zu erhalten. Diese Antreiber begleiten uns oft ein Leben lang, weil wir uns nach Geliebtwerden sehnen.

Innere Antreiber sind bis zu einem gewissen Grad hilfreich, können aber bei starker Ausprägung unsere Gesundheit gefährden und das Risiko für Burnout erhöhen. Es gibt fünf typische innere Antreiber:

• Mach's den anderen recht! (Vernachlässigung eigener Bedürfnisse und Grenzen, Schwierigkeiten beim Nein-Sagen)

• Sei perfekt! (Hohe Selbstansprüche, Leistungsdruck, Selbstwert über Leistung definieren)

• Streng dich an! (Immer vollen Einsatz zeigen)

• Beeil dich! (Alles muss schnell erledigt werden, Zeitdruck erhöhen)

• Sei stark! (Emotionen unterdrücken, keine Schwäche zeigen)


Tiefes Selbstwertgefühl

Ein tiefes Selbstwertgefühl kann dazu führen, dass sich Mütter für ihre Familie aufopfern und ihren Wert in der Versorgung ihres Umfelds suchen. Sie sind für jeden jederzeit verfügbar – nur nicht für sich selbst. Dieses Aufopfern endet oft im Burnout, was weder der Mutter noch der Familie guttut.


Unterstützung durch eine Psychologin als Burnout-Prävention

Eine Psychologin kann wirksame Unterstützung bei der Burnout-Prävention bieten. Eine individuell auf Ihre Situation abgestimmte Begleitung hilft Ihnen als Mutter, neue Wege zu gehen und Ihre inneren Ressourcen zu stärken. Im Coaching wird diejenige Ressource aufgebaut, die im Familienalltag die grösste Entlastung bringt. Denn wenn es Ihnen gut geht, profitieren auch Ihre Kinder davon. Ich stehe Ihnen gerne zur Seite!